Pannenstreifen werden zu Fahrstreifen

Der Bund ergreift Massnahmen gegen die Verkehrsüberlastung auf den Nationalstrassen. Eine davon ist die Pannenstreifeunumnutzung PUN. Dabei werden die Pannenstreifen so umgebaut, dass sie zu Spitzenzeiten als Fahrstreifen genutzt werden können. Das verflüssigt den Verkehr, sorgt für mehr Sicherheit und reduziert die Umweltbelastung.

 Pannenstreifen-Umnutzung

Seit 1990 hat sich die Fahrleistung auf den Autobahnen verdoppelt. Rund 40 Prozent des gesamten Motorfahrzeugverkehrs werden heute über die Autobahnen abgewickelt. Beim schweren Güterverkehr sind es gar 65 Prozent.

Die starke Nutzung führt immer häufiger zu Staus: In den vergangenen Jahren ist die Anzahl Staustunden stetig angestiegen. Bis 2030 werden rund 400 Kilometer des Nationalstrassennetzes regelmässig überlastet sein. Um den Verkehrsfluss zu erhöhen, ergreift das Bundesamt für Strassen ASTRA mehrere Massnahmen. Eine davon ist die sogenannte Pannenstreifen-Umnutzung. Dabei werden die Pannenstreifen als Fahrspuren genutzt.

Die Umnutzung erfolgt temporär während der Hauptverkehrszeiten und hat zum Ziel, auf den betreffenden Abschnitten die Reisezeit zu stabilisieren – das heisst, Staus und Stockungen zu verhindern und damit gleichzeitig die Sicherheit zu verbessern.

Pilotprojekt A1 Morges – Ecublens

2010 wurde der Abschnitt der A1 am Genfersee zwischen Morges und Ecublens als Pilotversuch für PUN in Betrieb genommen. Die Erfahrungen waren bisher positiv: Der Verkehrsfluss wurde verbessert und es kam zu weniger Staus bei freigegebenem Pannenstreifen. Auch die Unfallrate konnte generell um 15 Prozent und lokal um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Zudem waren der Schadstoffausstoss in unmittelbarer Strassennähe um rund 20 Prozent reduziert.

Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem Pilotprojekt Morges – Ecublens, wurden weitere Strecken definiert, auf denen eine PUN installiert werden soll. Der erste Abschnitt, der nach dem Pilotversuch für PUN ausgerüstet wird, ist die A6 zwischen den Anschlüssen Bern-Wankdorf und Muri.